«Zwei Schrauben — das ist verboten!»

Dieser prinzipielle Einwand kommt manchmal auf, wenn man ans reine Anbringen einer Medaille denkt. Zwar assoziiert man bei «Kulturerbe-Inwertsetzung» schnell mit Burgen, Kirchen oder stark geschütztem Altbaubestand (Güter von regionaler oder nationaler Bedeutung).

Das ist oft die Ausnahme — es gibt unzählige Orte des «kleinen Kulturerbes», wo sich die Frage gar nicht stellt.

Bei der Konzeption der Genius-Loci-Medaillen und in Gesprächen mit Fachleuten des Denkmalschutzes war die Antwort stets viel nuancierter und im Allgemeinen sehr wohlwollend gegenüber unserem Ansatz:

– Das eigentliche Ziel der Fassadenschutzregeln ist offensichtlich, das gebaute Kulturerbe nicht zu schädigen oder zu entstellen.
Das schließt natürlich werbliche Aufmachungen aus (Tafeln, Banner…), die visuell Raum einnehmen, vor allem wenn sie nichts mit dem Ort zu tun haben.

Bei Genius Loci dienen die Medaillen gerade dazu, den Ort in Wert zu setzen und zu erklären, warum er bedeutsam ist — was vollständig zur Mission des Kulturerbeschutzes gehört.

Wozu Kulturerbe schützen, wenn niemand informiert wird, was seinen Wert ausmacht?

Zudem sind die Medaillen klein und diskret genug, um elegant in der Nähe des Objekts platziert zu werden, ohne es zu beeinträchtigen.

– In der Praxis gibt es stets eine Alternative, statt Carrara-Marmor oder Holz aus dem 14. Jahrhundert zu bohren: Befestigung in neuem Mauerwerk, einer nahen öffentlichen Bank, einem Picknicktisch, einem Geländer oder Pfosten…

Statt eine Medaille in die Kathedralenfassade zu bohren, könnte man ein Dutzend (mit demselben Ort verknüpft) auf den umliegenden öffentlichen Bänken anbringen… Sie wären auch besser sichtbar.

St Prex

Diese Medaille wurde an der historischen Bourg-Pforte von St-Prex in der Schweiz angebracht — ein national geschütztes Gebäude. Die Regeln waren streng; ein neuer Mauerwerksfug konnte genutzt werden, um die Medaille gut sichtbar direkt neben dem Tor zu befestigen.